EMDR-Traumaheilungstherapie

EMDR terapia

DieEMDR-Therapie oder„Eye Movement Desensitisation and Reprocessing„, was auf Polnisch mit Augenbewegungs-Desensibilisierungstherapie übersetzt werden kann, ist eine Methode zur Behandlung schmerzhafter und traumatischer Erfahrungen. Bei dieser geheimnisvoll klingenden Therapie handelt es sich nicht um eine Form der Alternativmedizin, sondern um das Ergebnis von mehr als 30 Jahren klinischer Arbeit und Forschung über ihre Wirksamkeit.

Was ist die EMDR-Therapie?

Die EMDR-Therapie wurde vor über 30 Jahrenvon Francine Shapiro in den Vereinigten Staaten entwickelt und ist heute eine sich ständig weiterentwickelnde und zunehmend beliebte Methode in der Psychotherapie. Francine Shapiro stellte fest, dass schnelle und sich wiederholende Augenbewegungen, die auf eine bestimmte Art und Weise ausgeführt werden, die Wirkung haben, belastende Gedanken und Gefühle zu reduzieren. Dank jahrelanger Forschung ist diese Methode in den USA sehr populär geworden, und in Europa gewinnt sie jedes Jahr mehr Anhänger. Die Weltgesundheitsorganisation und die American Psychiatric Association empfehlen diese Methode zur Behandlung von Traumata. Die EMDR-Methode kann nur von ausgebildeten Ärzten und Psychotherapeuten durchgeführt werden, da sie auf einem detaillierten Protokoll basiert, das aus 8 aufeinanderfolgenden Phasen besteht. Durch die Integration ausgewählter Elemente anderer therapeutischer Methoden, kombiniert mit der Stimulation der Gehirnhälften, findet eine Informationsverarbeitung im Gehirnsystem statt, die den Geist sozusagen so programmiert, dass die akute Erinnerung „geheilt“ wird.

EMDR-Therapie für wen?

EMDR richtet sich an Menschen, die schmerzhafte und traumatische Erfahrungen gemacht haben und dadurch mit seelischen Blockaden, Schwierigkeiten und Ängsten zu kämpfen haben. Die Methode wird auch für Menschen empfohlen, die mit Phobien, Süchten, Zwangsstörungen und Depressionen zu kämpfen haben. Traumastörungen sind definiert als Angststörungen, die als Reaktion auf eine unmittelbare Bedrohung des Lebens auftreten können, z. B. Unfälle, Naturkatastrophen, Kriegstraumata, Gewalt (physisch und psychisch), sexueller Missbrauch. Die EMDR-Therapie wird zunehmend bei der Krisenintervention sowie bei der Arbeit mit chronischen und Phantomschmerzen eingesetzt. Manche Menschen kehren nach schwierigen Erlebnissen ohne traumatische Symptome in ihr früheres Leben zurück, aber es gibt auch Menschen, die das Trauma nicht vergessen können. In ihrem Fall äußert sich dies wie folgt:

  • Ständiges Wiederholen des schwierigen Erlebnisses in ihrem Kopf,
  • sie träumen davon,
  • ein Leben in ständiger Anspannung,
  • unkontrollierbare Emotionen, die in einer Situation ausgelöst werden können, die in irgendeiner Weise dem traumatischen Erlebnis ähnelt.
  • Meiden bestimmter Orte oder Menschenansammlungen – extreme, vollständige soziale Isolation.

EMDR in der Praxis

Wie sieht die EMDR-Therapie in der Praxis aus?

Während der Sitzungen mit dem Psychotherapeuten erinnert sich der Patient an sein traumatisches Erlebnis. Vor der Sitzung wird er von dem behandelnden Therapeuten auf das vorbereitet, was folgen könnte. Das Wiederaufgreifen schmerzhafter Erinnerungen ist für viele sehr schwierig. In dieser Therapie ist sie jedoch unerlässlich, um das eigene Leben zu heilen. Wenn sich der Patient während einer Sitzung an eine traumatische Erinnerung erinnert, konzentriert er sich auf seine Gedanken, Gefühle und körperlichen Reaktionen, während er die Hand der Therapeutin anschaut, die (in der Regel) Pendelbewegungen mit der Hand ausführt und so beide Gehirnhälften des Patienten stimuliert. Manchmal setzt sie auch taktile und akustische Reize ein. Trotz der Rückkehr der traumatischen Erinnerungen beginnt der Patient, sich erleichtert zu fühlen, und Stress und Anspannung werden abgebaut.

Was bietet die EMDR-Therapie?

Natürlich ist die EMDR-Therapie in ihrer Konzeption darauf ausgerichtet, die Heilung des Traumas zu unterstützen. Die Therapie ist immer eine individuelle Angelegenheit, wobei manche Patienten nur einige wenige Sitzungen benötigen, andere wiederum Monate und wieder andere Jahre der Therapie. Eine einzelne Sitzung dauert in der Regel zwischen 50 und 90 Minuten, wobei die Dauer von der Reaktion und dem emotionalen Zustand des Patienten abhängen kann. EMDR selbst ermöglicht es unter anderem, zu verstehen, wie das Problem entstanden ist, welche Funktion die Reaktionen auf die auftretenden Reaktionen und Emotionen haben und woher diese Reaktionen kommen. Die Methode ermöglicht es auch, das Schlüsselgedächtnis zu finden, in dem das Problem entstanden ist. Dies ist nicht immer offensichtlich. Manchmal manifestieren sich Traumata durch körperliche Reaktionen, emotionale Zustände, aber der Patient weiß nicht mehr, in welcher Situation das Problem entstanden ist. EMDR ermöglicht es dem Patienten, das traumatische Ereignis im Bewusstsein zu verarbeiten, so dass die belastende Erinnerung ein abgeschlossenes Kapitel wird. Die Methode soll so wirksam sein, dass die Erinnerung das normale Funktionieren nicht mehr beeinträchtigt. Die gewünschte Folge der Therapie ist die Rückkehr zum Gleichgewicht im täglichen Leben des Patienten.

Die EMDR-Therapie ist eine Methode, die vielen Patienten Linderung verschafft hat – sowohl in den Vereinigten Staaten, wo sie an Popularität gewonnen hat, als auch in Europa. Sie ist auch kein alternativer Zweig der Medizin, sondern dank langjähriger Forschung und erfolgreicher Praxis eine von Ärzten und Psychologen geschätzte Methode zur Behandlung von Traumata, Ängsten und Phobien.

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